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CoVid19 bei Herz-Transplantierten in Deutschland

CoVid19 bei Herztransplantierten in Deutschland - wir informieren über die landesweite Studie aller HTX-Zentren. 

Eine Herztransplantation kann aufgrund chronischer Immunsuppression und häufiger Begleiterkrankungen einen besonderen Risikofaktor für eine schwere COVID-19-Infektion darstellen. Eine jetzt veröffentlichte Studie hat die klinischen Merkmale von Herztransplantantierten mit COVID-19 im Zeitraum März bis Juni 2020 in Deutschland dargestellt und interpretiert.

Unter der Leitung der Uniklinik Heidelberg wurden die folgenden Daten erhoben.

Insgesamt wurden an den 24 deutschen Herz-Transplantationszentren zwischen März und Juni 2020 21 herztransplantierte Menschen mit positivem CoVid-19 Test behandelt. 3 davon wurden in allgemeinen Krankenhäusern behandelt, die übrigen 18 in ihren Transplantationszentren. Alle Infizierten, bis auf 2 wurden in ein Krankenhaus eingeliefert.

Überblick über die Patienten:

Zeit seit der Transplantation:

  • bei 3 Patienten war die Herztransplantation vor weniger als 1 Jahr,
  • bei 3 weiteren Patienten vor weniger als 2 Jahren,
  • die restlichen HTX (Herztransplantations) -Patienten war länger als 2 Jahre transplantiert.

Das durchschnittliche Alter betrug 58,6 Jahre ± 12,3 Jahre und 17 der 21 Transplantierten (81%) waren Männer.

Die HTX-Patienten hatten Begleiterkrankungen, wie arterielle Hypertonie, erhöhte Blutfettwerte, Diabetes mellitus, dialysepflichtiges chronisches Nierenversagen und chronisch obstruktive Lungenerkrankung / Asthma.

Medikamente:

Die meisten Patienten erhielten ein Immunsuppressivum, das aus einem Calcineurin-Inhibitor, (Tacrolimus oder Ciclosporin A), Mycophenolatmofetil und Steroiden bestand.

Verlauf der Covid-19 Infektionen

Die häufigsten Symptome der COVID-19 Infektion waren Luftnot, Husten, Muskelschmerzen, Abgeschlagenheit, Rhinitis und Fieber. Nur wenige der Patienten hatten Durchfall oder berichteten von Schmerzen. Nur ein Patient hatte Geruchs- und Geschmacksverlust.

8 der 21 Patienten hatten einen schweren Verlauf und mussten beatmet werden, 7 von ihnen verstarben. Diese hohe Mortalität wurde begleitet von rechtsventrikulärer Dysfunktion, Herzrhythmusstörungen und Thrombenbildung.

(Wir berichteten hier im Blog bereits im Mai über die häufig auftretenden Blutgerinsel: https://tx-corona-info.de/blog/71-patienten-sterben-haeufig-an-blutgerinnseln)

Insgesamt 13 Patienten hatten einen leichteren CoVid-19 Verlauf.

Zusammenfassung:

38,1% der infizierten HTX-Patienten hatten einen schweren Verlauf, von diesen starben 87,5%. Insgesamt starben in dieser Studie 33% der Infizierten, nämlich 7 von 21.

15 Patienten wurden zumindest vorübergehend auf Intensivstationen behandelt. 30 Tage nach der COVID-19-Diagnose wurden 10 von 13 Patienten aus der Gruppe mit leichtem Verlauf entlassen und 3 von 13 Patienten aus der Gruppe mit leichtem Verlauf waren zum Ende der Studie noch in der Klinik.

Von den 8 Patienten aus der Gruppe mit schwerem Verlauf starb einer nach 1 Tag, fünf innerhalb von 30 Tagen und ein weiterer nach 32 Tagen. Der letzte noch lebende Patient lag zum Ende der Studie bereits 60 Tage beatmet auf der Intensivstation.

Laut Webseite der DHZB gibt es bisher noch keine einheitliche, wissenschaftlich abgestimmte Strategien zur Behandlung herztransplantierter Patient*innen mit COVID-19, da es bisher zu wenige Verlaufsdaten gibt. Die Studie werde nun fortgesetzt, erklären die DHZB-Mediziner, der Schwerpunkt liege dabei auf der Untersuchung, ob und wie stark die überlebenden Patient*innen Antikörper gegen das Virus entwickelt haben.